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Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Das Schilddrüsenhormon Thyroxin ist an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Es beeinflusst den Sauerstoffverbrauch der Zellen, die Verarbeitung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen für den Energiehaushalt, die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems und Magen-Darm-Traktes, Wachstumsvorgänge.

Die Ausscheidung des Hormons wird deshalb stark beeinflusst von anderen Grunderkrankungen.

Die Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion, der so genannte Hyperthyreose, sind mannigfaltig und bis heute nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise sind Jodschwankungen im Futter, Biphenole in den Metalldosen, Schwermetalle, Herbizide oder Selenmangel für die Erkrankung verantwortlich.

Betroffen sind eher ältere Tiere mit einem Durchschnittsalter von 12 bis 13 Jahren; es gibt keine Geschlechtsveranlagung.

Schilddrüsenkatzen haben ein typisches Erscheinungsbild: Sie sind unruhig und abgemagert trotz viel Fressen, haben ein eingefallenes Gesicht, ihr Herz rast, sie trinken viel und haben Durchfall und/oder Erbrechen. Oft treten auch Herzgeräusche und Blutdruckerhöhungen auf. Die vergrößerte paarige Schilddrüse ist in den meisten Fällen im oberen Halsbereich tastbar. Die Schwere der Symptome variiert in Abhängigkeit von der Erkrankungsdauer.

Zwecks Diagnose wird der Hormonspiegel im Blut bestimmt. Bei erhöhten Werten erfolgt die Behandlung mit Tabletten oder Saft, deren Wirkstoff die Bildung des Schilddrüsenhormons blockiert. Selten kommt es zu Nebenwirkungen, wie Appetitlosigkeit, Trägheit, Hautausschlag, die jedoch reversibel sind. Die Krankheitssymptome verbessern sich meist innerhalb weniger Wochen.

Regelmäßige Blutkontrollen sind wichtig, um die richtige Einstellung der Arzneien zu erreichen und Folgeerkrankungen zu erkennen. So können zum Beispiel Nierenprobleme "maskiert" werden, d. h. sie fallen erst auf, wenn die Schilddrüsenwerte sinken. Ist eine Medikamentengabe nicht machbar, besteht die Möglichkeit der Verabreichung einer Salbe, die fokal auf die Ohrmuschel geschmiert wird. Sollte auch dies nicht klappen, so können kommerzielle Spezialdiäten gefüttert werden, die jedoch einen langsamen Wirkungseintritt und schlechte Akzeptanz aufweisen. Schilddrüsenpatienten müssen lebenslang therapiert werden.